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An jedem Tag

 

  •  Gelangen zusaetzlich fast 100 Millionen Tonnen  fossiles CO2 in die Atmosphaere und feuern so die globale Erwaermung an!

                http://herdsoft.com/climate/widget/image.php?width=900&height=600&title=&temp_axis=Temperatur-Anomalie+%28%B0C%29&co2_axis=CO2-Konzentration+%28ppm%

 

  •   Werden ca. 35.600 Hektar Wald vernichtet. Wald ist die groeszte CO2-Senke!
  •   Nimmt auch das verfuegbare Ackerland um 33.000 Hektar ab!
  •   Werden 256.000 Tonnen Fisch aus den Gewaessern gefangen!
  •   Kommen drei neue Pflanzen- und Tierarten auf die "Roten Listen"
  •   Sterben ca. 160 Tierarten endgueltig aus! (Bzw. sind durch den Menschen endgueltig ausgerottet worden!)
  •    Werden 11 Milliarden Kubikmeter Frischwasser "verbraucht" - d.h. es wird i.d.R. schlicht und einfach verschmutzt!
  •    Produziert der Homo Sapiens 3,6 Millionen Tonnen Muell, die die Umwelt (Gewaesser, Boeden und Atmosphaere) belasten, vergiften          und verschmutzen!

Das alles findet auch bei uns statt. Dr. Franz Alt hat ganz aktuell auf seiner Sonnenseite http://www.sonnenseite.com/de/ folgenden Kommentar veröffentlicht:

 


 Wem gehoert der Himmel?

 

Die Erklaerung der Menschenrechte ist zu wenig. George Adamson formulierte einst: "Darueber, wer die Welt erschaffen hat, laesst sich streiten. Sicher ist nur, wer sie vernichten wird." Ein Kommentar von Matthias Huettmann:


Uebersetzt ins Heute heiszt das: Um die Katastrophe noch abwenden zu koennen, ist ein radikales Umdenken erforderlich. Insbesondere gilt es eine revolutionaere Erkenntnis zu erlangen: Alle begrenzten Ressourcen wie Atmosphaere, Meere oder Boeden muessen voelkerrechtlich verbindlich geregelt werden. Denn noch heute kann sie jeder eigenmaechtig als Deponieraum nutzen.


Gemeinschaftseigentum
In der Oekonomie spricht man von  "Common-Pool-Ressourcen", die als Gemeinschaftseigentum von jedem in Anspruch genommen werden koennen. In unseren Maszstaeben erscheinen sie oftmals unendlich grosz. Und auch wenn gemeinhin angenommen wird, dass die Erde dem Menschen gehoert, ist das natuerlich Bloedsinn. Jedoch funktioniert das Leben auf unserem Planeten gemaesz dieser Praemisse. Deshalb muss auch die Atmosphaere zu einem gemeinsamen Eigentumssystem (Common Property System) der Menschheit werden. Damit ist der Zugriff auf die Ressource Luft nicht frei, da sie kein oeffentliches Gut mehr ist. Um klimapolitische Ziele zu erreichen, bedarf es verbindlicher Nutzungsrechte, da nur so der Erhalt und Verbrauch des gemeinsamen Eigentums geschuetzt ist. Aendert man nichts an den Eigentumsverhaeltnissen, kommt es unweigerlich zu Ueberlastung, Ueberbeanspruchung, Verschmutzung und letztendlich Zerstoerung. Sicherlich laesst es sich trefflich ueber den Begriff des Besitzes streiten, aber die Festlegung auf ein klimapolitisches Ziel erfordert globales Gemeinschaftseigentum. Eine Begrenzung des Temperaturanstiegs festzulegen, ohne entsprechende voelkerrechtliche Regelungen zu treffen, ist wenig erfolgversprechend.

Dummerweise muesste der Deponieraum Atmosphaere laengst geschlossen werden, da dort bereits zu viel eigenmaechtig abgelagert wurde. Im Gegensatz zu einer Muelldeponie koennen wir die prekaere Lage unserer luftigen Umgebung mit unseren Sinnen nicht wahrzunehmen. Auch deshalb ist es moeglich, dass wir noch ueberwiegend nach dem Ideal der "Open-Access-Ressourcen" wirtschaften. Global betrachtet bedeutet dies, dass alle Zugang zu den Ressourcen haben, aber nur wenige davon profitieren. Ein Paradebeispiel ist die Fischerei. So sind Fische relativ einfach zu erbeuten und gemaesz der Theorie reguliert sich die Ressource von selbst. Entweder gibt es mehr Fischer und weniger Fische (zu hohen Preisen), oder weniger Fischer und mehr Fische (zu niedrigeren Preisen). Jedoch hat unser Handeln laengst jene Balance verloren, die das ermoeglicht. Es gibt immer weniger Diversitaet in unserem Tun. Anstatt saisonal und auf unterschiedlichste Weise zu fischen um den Bestand zu wahren, wird mit der groben "Vollernte-Methode" so lange gepluendert, bis der letzte Meeresbewohner im Netz zappelt.

Menschenpflicht
Der Kardinalfehler unseres Handelns liegt in unserem Wirtschaften und in einer selbstherrlichen Ueberhoehung der Spezies Mensch. Denn es gibt keine Rechte ohne Pflichten und mit Anspruechen allein keine Verantwortung. Das soll die Erklaerung der Menschenrechte als solches keineswegs in Frage stellen, aber wir muessen uns in den Kontext des Lebens einordnen. Das dachte sich auch der InterAction Council, als er die "Allgemeine Erklaerung der Menschenpflichten" zur Diskussion vorlegte. Es gab prominente Erstunterzeichner, aber viel ist seitdem nicht passiert. In der Erklaerung geht es vor allem um die Pflicht, andere Menschen menschlich zu behandeln. Ein einziger Artikel beschraenkt sich nicht auf unser Leben, sondern schließt Tiere, Pflanzen, Erdboden, Wasser und Luft mit ein und verpflichtet die Menschen, dafuer Sorge zu tragen, dass Natur und Mitgeschoepfe geschuetzt und erhalten werden.

Leben mit beschraenkter Haftung
Um die Natur in der wir leben zu erhalten, muessen wir jedoch, wie erst kuerzlich formuliert, von unserem anthropozentrischen Denken Abstand nehmen. Denken wir in Kategorien wie Menschen-, Natur- und Tierrechten, haben wir noch nicht verstanden, dass alles zusammengehoert.

Zudem sollten wir uns darueber klar sein, warum gerade wir es sind, die in der Verantwortung stehen. Heute besitzen wir die faktische Gewissheit darueber, welche irreversiblen Auswirkungen unser Handeln hat. Als wir mit der Sesshaftigkeit im Neolithikum damit begonnen hatten, uns die Welt untertan, sprich Boden, Tiere und Pflanzen uns dienstbar machten, ahnten wir noch nicht, was diese Verhaltensaenderung nach sich zog. Selbst zu Beginn der industriellen Revolution, der wir die Katastrophe letztendlich zu verdanken haben, waren die Konsequenzen nicht in der Klarheit zu erkennen, auch wenn es bereits genuegend Mahner gab. Die Menschenpflicht laesst uns keine Wahl. Wir sind bereits mitten in der Katastrophe und benoetigen keine genaueren Vorhersagen mehr um den notwendigen Kulturwandel zu starten. Es ist eigentlich ganz einfach: Da wir etwas aendern koennen, muessen wir es auch tun!

Dabei sollten wir jedoch nicht so ueberheblich sein, zu denken, dass es nur um uns selbst geht. Vielmehr tragen wir Verantwortung fuer alle Spezies und deren Lebensraeume. Denn Artenschutz ist nichts Abstraktes, wir sind auch nur eine Art. Sollten wir uns fuer die Krone der Schoepfung halten, muessen wir uns auch so benehmen. Aber auch wenn wir weniger bedeutend sind, steht uns nicht an, ueber andere Lebensformen zu bestimmen. Egal wie wir uns sehen, wir sind an dem Scheitelpunkt angekommen, an dem wir uns in die Natur einordnen muessen.

Letztendlich ist es auch eine Frage der Intelligenz, die eigenen kognitiven Dissonanzen aufzuloesen und den Zusammenhang zwischen Verhalten und Wirkung nicht weiter zu verdraengen. Auch wenn es unangenehm ist, Verantwortung zu uebernehmen, ein Leben als gaebe es kein Morgen ist egoistisch, unmoralisch und eines zivilisierten Menschen nicht wuerdig. Und ueberhaupt: Annie Lennox motiviert mehr als Adamson wenn sie singt: "Hey hey I saved the world today, everybody 's happy now, the bad things gone away".

 


Quelle   Franz Alt 2017